Geschichte

Die Ursprünge vieler Stockballspiele lassen sich bis ins dritte vorchristliche Jahrtausend zurückverfolgen. Abbildungen aus Ägypten zeigen angreifende und verteidigende Gruppen, die sich mit Bällen und Schlagstöcken auf dem Hintergrund religiöser Rituale gegenüberstehen.

Auch Chinesen und Inkas entwickelten vor vielen Jahrhunderten Spiele, bei denen der Ball mit keulenförmigen Schlägern vorangetrieben wurde. Im England des 18. Jahrhunderts wurde das Spiel Rounders sehr populär.

Dieses Spiel kann als Vorläufer des Baseballs angesehen werden, da es die wichtigsten Elemente aufwies: Ein Schlagmann versucht den von dem Gegner angeworfenen Ball ins Spiel zu schlagen, um anschließend die Spielmale anzulaufen. Rounders ist noch heute in leicht abgewandelter Form in vielen angelsächsischen Ländern ein beliebter Schulsport.

Während in England aus dem Rounders das Nationalspiel Cricket entstand, entwickelte sich auf dem europäischem Festland aus den mittelalterlichen Spielformen in Deutschland und Österreich das Schlagballspiel, welches (in Österreich auch bekannt als Kaiserball) bis in die vierziger Jahre des 20. Jahrhunderts als Schulsport weit verbreitet war.

Bereits Mitte des 18. Jahrhunderts tauchte in englischen Büchern der Begriff „Baseball“ auf. Diese Bücher wurden auch in den USA gedruckt, gelesen und trugen Titel wie „The Boy’s Book of Sport“ oder „The Book of Sports“. Insbesondere an der Ostküste der USA entwickelte sich dann aus den Vorläufern das Baseballspiel. 1845 verfasste Alexander Cartwright das erste dokumentierte Regelwerk. Die von ihm festgelegten Spielfeldmaße und Grundregeln haben sich bis heute nicht wesentlich verändert.

1846 bestritt das Team von Cartwright, die „New York Knickerbockers“ das erste offizielle Spiel gegen eine New Yorker Stadtauswahl. 1858 wurde der erste Baseballverband von Clubs aus 25 Städten der Staaten New York und New Jersey gegründet. Der Siegeszug des Baseballs begann und war nach dem Bürgerkrieg (1865) nicht mehr aufzuhalten. 1869 gründete sich mit dem Baseball Club „Cincinnati Red Stockings“ die erste offizielle Profi-Mannschaft im modernen Sport und bereits zwei Jahre später wurde die erste Profi-Liga gegründet, die 1876 in der „National League“ aufging, der ältesten noch existierenden Sportliga der Welt. Obwohl auch in anderen Ländern professionell Baseball gespielt wird (z.B. Japan, Korea, Taiwan, Puerto Rico, Dominikanische Republik, Australien, Venezuela) ist die US-amerikanische „Major League“ die leistungsstärkste und bedeutendste Liga der Welt.

In Europa haben Italien und die Niederlande eine Vorreiterrolle.

Südlich der Alpen hat sich aufgrund der amerikanischen Militärpräsenz, mit vielen italienisch stämmigen Soldaten, der Baseballsport nach dem Krieg behauptet, so dass die Italiener den mitgliederstärksten europäischen Verband stellen.

In Holland wird Baseball seit Beginn des letzten Jahrhunderts gespielt und hat bis heute eine, ähnlich der alt eingesessenen Verbände in Deutschland, über hundertjährige Tradition. Diese langjährige Verankerung in der niederländischen Sportlandschaft drückt sich sogar durch eine eigene Begrifflichkeit aus. So heißt Baseball im holländischen „Honkball“.

Der Ursprung der Variante Softball geht auf den Winter 1887/88 in Chicago zurück. Ein Reporter namens George Hancock erdachte eine Art „Hallenbaseball“ wobei er verknotete Boxhandschuhe als Ball nutzte und die Spielfeldmarkierungen mit Kreide auf den Boden malte. Im Frühjahr begann man auch draußen, wo der Platz für Baseball nicht ausreichte, das zunächst „Indoor-Outdoor“ genannte Spiel durchzuführen.

Von da an verbreitete sich der Sport auf dem gesamten Kontinent und erfuhr währenddessen immer wieder kleine Modifikationen. In den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts bekam die Sportart den Namen Softball und wird seitdem einheitlich gespielt.