Homeruns entscheiden Italien-Match – zu Gunsten der Schweden

Italiens Homeruns waren nicht genug Foto: (c) Drobny
Stuttgart (ben). In einem Spiel, das durch eine zweistündige Regenpause unterbrochen wurde, hat Schweden sensationell den mehrfachen Europameister aus Italien mit 3:2 geschlagen. Mit diesem Sieg im letzten Vorrundenmatch hat sich Schweden noch für die Finalrunde qualifiziert und den Spaniern damit die Finalrundentür vor der Nase zugeschlagen.
Großen Anteil an dem überraschenden Erfolg hat Pitcher Joakim Claesson, der den führenden Homerun-Hittern des Turniers vor der Regenpause gerade einmal zwei Hits über fünf Innings gestattete und erst nach der Regenpause dann zwei Homeruns kassierte, aber sein Team noch immer in Führung halten konnte.
Im ersten Durchgang war es Mario Chiarini, der ein mächtiges Double ins linke Feld schlug – dessen Wucht sogar Leftfielder Tony Dermendziev beim Fangversuch von den Füßen holte – aber zum Punkten reichte das allein eben nicht. Im Gegenzug wurde Italiens Innenverteidigung von einem Infield Hit und einem Groundball durch die Mitte überrascht, die zum 1:0 führten.

Peter Johannessen fängt einen Flyball im Outfield; Foto: (c) Drobny
Während Claesson Italiens Schlagmänner vor allem dank seines sicher verteidigenden Shortstops Rickard Reimer in Schach hielt, schlugen Björn Johannessen und Rickard Leander hintereinander zwei eindrucksvolle Solo-Homeruns gegen den verdutzten italienischen Startwerfer Riccardo De Santis über den Zaun des Spielfelds zur 3:0-Führung nach zwei Innings.
Im dritten Inning blieben beide Teams ohne Baserunner – wohl auch, weil de Santis endlich eine Schippe drauflegte und drei Strikeouts erzielte, obwohl Kristoffer Sjöberg zwischenzeitlich einen weiten Ball in die äußerste Ecke des Leftfields geschlagen hatte. Immer wieder drosch Italiens Homerun-Riege den Ball hoch ins Outfield – aber immer zu kurz und Schwedens Außenfeldspieler hatten so keine Mühe den Ball aus der Luft zu fangen.
Im vierten Inning ging Italien leer aus, weil Lorenzo Avagnina in ein Double Play schlug. Schweden hatte gute Chancen in seiner Hälfte des Innings den Vorsprung weiter auszubauen, konnte aber zwei Bases-Loaded-Situationen nicht verwerten. Je drei schnelle Aus im fünften Inning reichten, um dem herannahenden Gewitterschauer zu entkommen. Kaum war die Regenunterbrechung vorbei, gaben Italiens kräftige Männer Gas. Mario Chiarini und Giuseppe Mazzanti schlugen ihrerseits aufeinander folgende Homeruns über den Zaun ins Geäst der Bäume – nur noch 2:3.
Der mögliche Ausgleich durch Italien wurde in der oberen Hälfte des siebten Innings durch gute Defense vereitelt. Simone Albanese hatte ein Double geschlagen, war durch einen Opferschlag auf die dritte Base gelangt und wollte auf einen weiten Ball von Stefano De Simoni hin nach Hause laufen. Doch der Wurf von Leftfielder Dermendziev zu Catcher Björn Johannessen kam rechtzeitig an, um den ins Homeplate rutschenden Albanese mit dem Ball zu berühren – das Aus in der dramatischsten Form für einen Angreifer. Der Italiener protestierte daraufhin so lautstark gegen die „Aus“-Entscheidung, dass der Schiedsrichter ihn kurzerhand des Feldes verwies.
Schwedens Offensive brachte in der Folge wenig zustande, aber auch Italiens Schlagleute wurden von Schwedens neuem Werfer Nick Soubiea, der im achten Inning eingewechselt wurde, „kontrolliert“. Weder Granato noch Chiarini oder Mazzanti kamen auf Base. Und so nahte das neunte und letzte Inning: Zwar schaffen es zwei Italiener auf Base, aber als Jack Santora einen Ball genau zum schwedischen Verteidiger schlug, kannte der Jubel des „Tre-Kronor“-Teams keine Grenzen. Schweden ist damit in die Finalrunde eingezogen und Italien geht nun ebenso wie Deutschland mit einer Niederlage belastet in die Endrunde. Spanien, das bei einem Erfolg der Italiener noch in die Finalrunde gerutscht wäre, muss sich nun mit Platz neun begnügen.
Stimmen zum Spiel:
Marco Mazzieri (Headcoach, Italien): „Schweden hat sich den Sieg verdient. Sie spielten über die kompletten neun Innings, während wir nur für fünf oder vier anwesend waren. Ihr Pitching war gut und sie standen gut in der Defensive. Das machte den Unterschied aus.“
Zu dem Spielzug an der Homeplate: „Man sieht solche Entscheidungen immer aus verschiedenen Blickwinkeln. Aber aus dem Dugout heraus sah es so aus, als ob er „safe“ war. Die Hand [von Simone Albanese] war beim Slide eher an der Platte als der Handschuh des Catchers am Körper. Doch der Umpire hatte eine andere Meinung und das müssen wir so hinnehmen.“
„Für die Finalrunde ändert sich aber nichts, ob wir nun mit einem oder zwei Siegen weiterkommen. Denn wenn du das Endspiel erreichen willst, musst du so oder so diese Teams bezwingen. Wenn wir gewinnen wollen, dann müssen wir besser spielen.“
Dennis Cook (Headcoach, Schweden): „Ich denke unsere Pitcher waren herausragend heute und konnten die Führung verteidigen. Sowohl Joakim Claesson und Nick Soubiea machten einen fantastischen Job auf dem Mound.“
„Mit all dem Regen und der damit verbundenen schwierigen Situation war ein gutes Team notwendig, um zu gewinnen. Wir waren dem Druck gewachsen und fanden einen Weg, das Spiel zu gewinnen.“
„Es ist ein großer Tag für Baseball in Schweden. Vielleicht erlaubt uns der Sieg, jetzt den nächsten Schritt zu machen. Es war ein gutes Spiel, ein guter Tag für uns.“
„Über die Finalrunde haben wir uns noch keine Gedanken gemacht. Das werden wir morgen tun.“


29. Jul, 2010























