Honkbal oder Azzurri – Wer erklimmt Europas Baseballthron?

Italien sicherte sich am Samstag nicht nur das Finalticket, sondern auch den Heimvorteil im Endspiel Foto: (c) Drobny

Stuttgart (wue). Am Sonntagnachmittag findet in Stuttgart das Endspiel der Baseball-EM 2010 in Stuttgart statt. Dabei kommt es zum Klassiker zwischen Italien und den Niederlanden. Schon im Finalrundenspiel einen Tag zuvor, als Italien einen 0:3-Rückstand in einen deutlichen Sieg umdrehen konnten, erlebten die Fans einen kleinen Vorgeschmack auf die Rivalität, auch wenn Holland die Begegnung noch etwas locker sah. Im ewigen EM-Duell der Erzrivalen auf der europäischen Baseballbühne führt Holland mit 20 Titeln deutlich vor Italien mit acht. Neben diesen beiden Teams konnten nur Spanien und Belgien jeweils einmal gewinnen.

Endspiel Baseball-EM 2010, Sonntag, 1. August, 14 Uhr Stuttgarter TVC Stadion

Laidel Chapelli will auch am Sonntag den Ball über den Zaun schlagen Foto: (c) Drobny

Auch wenn Italien am Samstag deutlich gewann, so ist die Niederlande nach wie vor der große Favorit. Nur beim 3:0 und bei der Niederlage gegen den Finalgegner zeigten sie Schwächen, ansonsten dominierten sie sowohl offensiv, als auch defensiv. Insgesamt erzielten sie 63 Runs und ließen nur gegen Italien (3:11) und die Ukraine (12:2) Runs zu. Das Team vom Apennin hatte zwar auch Phase, wo sie überlegen agierten. Aber dennoch taten sie sich das eine oder andere Mal auch schwer. Vor allem beim überraschenden 2:3 gegen Schweden wurden sie ihrem Favoritenstatus nicht gerecht und mussten daher auch ein wenig um die Finalteilnahme zittern.

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Zudem hat dies auch Auswirkungen aufs Finale. Denn Chris Cooper war für dieses Spiel eigentlich als Starting Pitcher vorgesehen, doch Marco Mazzieri ging auf Nummer sicher und setzte den Linkshänder schon im Samstagspiel gegen Holland ein. Am Freitag hatte er bereits mit Cody Cillo und Tiago Da Silva zwei seiner guten Optionen gegen Deutschland bringen müssen. Somit dürfte Roberto Corradini das Endspiel auf dem Mound beginnen. Mit Chris Di Roma, Riccardo De Santis und Marco Grifantini hat Mazzieri aber noch drei Asse im Ärmel, wenn der Rechtshänder aus Parma Schwächen zeigt.

Auch die Niederlande lassen sich nicht in die Karten schauen, wer als Starting Pitcher beginnt. Doch es ist kein Geheimnis, dass Diegomar Markwell und Leon Boyd dafür sorgen sollen, dass Titel Nummer 21 insgesamt und der sechste in Folge mit nach Hause genommen wird. Beide ließen ihre Klasse im Turnier bereits aufblitzen. Markwell hatte die tschechische Offensive bis ins achte Inning am Montag gut im Griff. Boyd ließ gegen Deutschland in sieben Innings keine Runs zu und hatte das gleiche Kunststück auch in der Vorbereitung gegen Rekordweltmeister Kuba geschafft. Dennoch dürfte er zunächst auf der Bank Platz nehmen und erst später ins Spiel kommen, da er in dieser Rolle mehr Erfahrung hat als Markwell.

Gute Defense ist auch am Sonntag gefordert, Foto: (c) Drobny

Bei den Startaufstellungen sind keine Überraschungen zu erwarten. Beide Teams können fast aus dem Vollen schöpfen. Nur der Einsatz von Infielder Juan Carlos Infante bei den Italienern ist fraglich, nachdem er im Vorrundenspiel gegen Kroatien nach einem Zusammenprall mit First Baseman Ernesto Pereira ins Krankenhaus musste. Offensiv überzeugen bei Holland vor allem Bas und Sidney de Jong, Raily Legito, Danny Rombley und Dwayne Kemp, wobei der Rest der Spieler nicht wirklich abfällt. Die Italiener haben bisher in dem einen oder anderen Spiel schon einmal ein kleines Homerun-Feuerwerk abgebrannt. Laidel Chapelli, Giuseppe Mazzanti, Mario Chiarini, Tony Granato und vor allem in den letzten Spielen, Jairo Ramos, sorgen doch schon bei dem einen oder anderen gegnerischen Pitcher für Schweißperlen auf der Stirn.

Eines dürfte aber garantiert sein, es wird ein spannendes und hochklassiges Endspiel zwischen den beiden Top-Nationen im europäischen Baseball. Denn auch wenn Teams wie Deutschland, Schweden oder Frankreich den Abstand weiter verkürzt haben, so geben Honkbal und die Azzurri noch einmal den Takt vor.

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