Heimlich zum Rekord – Jendrick Speer überholt die Helmig-Brüder
Stuttgart (tdk). Ein Eröffnungsspiel vor heimischer Kulisse ist für jeden Nationalspieler ein besonderer Anlass. Für Jendrick Speer wird die Partie gegen die Ukraine am Freitagabend eine noch größere Bedeutung haben. Es wird sein 68. Einsatz bei einem internationalen Turnier für das deutsche Team sein. Damit überholt der Secondbaseman die Brüder Claus und Jürgen Helmig und Roland Hoffmann in der ewigen Bestenliste des Deutschen Baseball und Softball Verbandes und wird alleiniger Rekordhalter.
National hat der Paderborn Untouchable sechsmal die deutsche Meisterschaft geholt und international sind die beiden WM-Teilnahmen in Taiwan und vor allem Regensburg als Höhepunkte der langen Karriere zu sehen. Vor 13 Jahren startete Speer erstmals bei einem großen Turnier für Deutschland, bei der Europameisterschaft 1997 legte er den Grundstein für den heutigen Rekord.
Baseball-EM.de: Angefangen hast Deine Nationalmannschaftskarriere 1997 in Paris. Kannst Du Dich noch gut an das Turnier erinnern und wie würdest Du es mit der Vorbereitung heute vergleichen?
Jendrick Speer: Das war natürlich was ganz anderes. Wir hatten einen anderen Bundestrainer und das Team bestand eher aus älteren Spielern und ich war einer der jüngeren. Jetzt haben wir uns verjüngt und sind besser als Team zusammengewachsen. Es gibt nicht mehr eine so große Rivalität zwischen den Clubs, dadurch läuft es besser. Auch die Vorbereitung läuft durch die Organization der Trainer besser und es fügt sich alles besser zusammen.
Baseball-EM.de: 2001 in Bonn war der siebte Platz ein großer Erfolg. Wie hat sich der Anspruch durch die guten Leistungen bei den letzten Europameisterschaften verändert?
Jendrick Speer: Man geht immer in ein Turnier mit der Vorstellung jedes der Spiele zu gewinnen. Wir denken natürlich von Spiel zu Spiel, haben uns aber als Ziel gesetzt eine Medaille zu gewinnen. Früher wussten wir nicht genau wo wir stehen, aber jetzt wissen wir durch viele gute Vorbereitungsspiele und Turniere wozu wir fähig sind und wir greifen die Medaillenplätze an.
Baseball-EM.de: Jetzt steht wieder eine Europameisterschaft vor heimischer Kulisse an. Ist ein solches Turnier für einen Spieler schöner als ein Turnier in einem fremden Land?
Jendrick Speer: Es ist immer schön neue Länder und neue Kulturen kennenzulernen. Aber es ist natürlich umso besser sich in seinem eigenen Land vor den eigenen Fans zu präsentieren und die ganze Atmosphäre wahrzunehmen. Das ist etwas ganz besonderes und dabei die Zuschauer sozusagen als „elften“ Mann (Anm. d. Red.: neun Feldspieler und ein Designated Hitter) im Rücken zu haben.
Baseball-EM.de: 68 Länderspiele werden es nach dem Spiel gegen die Ukraine sein. Willst du die Zahl von 100 Spielen noch knacken?
Jendrick Speer: So lange ich gesund bin und fit bin und der Trainer mich dabei haben will, werde ich natürlich noch weiterspielen.
Baseball-EM.de: Wir danken Dir für das Gespräch und wünschen Dir viel Erfolg bei der Europameisterschaft und auf dem Weg zu den 100 Länderspielen.
Jendrick Speer – Die Karriere in Zahlen:
7 Europameisterschaften – 2 Weltmeisterschaften – 48 Hits in 67 Spielen – All-Time Leader bei Assists (192), Plate Appearances (273) und At-Bats (225) – 35 Runs in 7 verschiedenen Ländern auf zwei Kontinenten.
Das Interview führte Tobias Diehl.


23. Jul, 2010






















