Danke, Baden-Württemberg!
Das letzte Aus ist notiert, die 31. Auflage der Baseball-Europameisterschaften hat in der Squadra Azzurra einen würdigen Sieger gefunden. Es ist an der Zeit, kurz Bilanz zu ziehen und die ultimative Frage nach dem „What’s next?“ zu stellen.
Mehr als 25.000 Zuschauer konnten die drei Spielorte trotz der zuweilen widrigen Wetterbedingungen mobilisieren. Zum Endspiel fanden noch einmal mehr als 3.300 Fans den Weg auf den Stuttgarter Schnarrenberg. Und das, obwohl die deutsche Mannschaft gar nicht mehr beteiligt war. Dabei sah es manches Mal so aus, als würde diese Veranstaltung nicht zum vorgegebenen Zeitpunkt beendet werden können. Glücklicherweise hatte der Wettergott dann doch noch ein Einsehen mit dem Veranstalter und den beteiligten Teams. Das letzte Wochenende mit dem emotionalen Höhepunkt des deutschen Medaillengewinns und der wunderbaren Stimmung während des Finales hat allen gut getan. Es gab dem ganzen Turnier den gewünschten würdigen Abschluss und untermauerte die hierzulande ersehnte Stellung als legitime Nummer Drei auf dem Kontinent.
Greg Frady hat nach sieben Jahren seines Wirkens das Ziel eines Medaillenplatzes erreicht. Knappe Niederlagen gegen Holland und Italien wären vor Jahren noch undenkbar gewesen, beide Baseball-Giganten mussten Ihre beste Aufstellung bringen um die Gührings, Wulffs und Marquez’ zu besiegen. Das spricht Bände. Auch wenn der ein oder andere zu Hause gebliebene Kritiker stattdessen lieber vom heimischen PC aus vergebenen Möglichkeiten nachtrauerte und Trainerentscheidungen in Frage stellte. Wie sagte ein holländischer Funktionär im Laufe der Woche: „Die Deutschen sind da. Wir konnten sie lange Zeit dominieren aber es ist jetzt nur eine Frage der Zeit bis sie uns schlagen.“ Heidenheim hat es im Europapokalturnier vorgemacht, das deutsche Team ist diesem hehren Ziel bei dieser Heim-EM sehr sehr nahe gekommen.
Die etwas nebulösen Andeutungen von IBAF-Chef Riccardo Fraccari zum Thema einer Ausweitung der an den World Baseball Classics teilnehmenden Mannschaften ließen die DBV-Spitze aufhorchen. Und warum sollten die Deutschen auch nicht eines nicht allzu fernen Tages an diesem Olympia-Ersatzturnier teilnehmen und/oder ein solches gar ausrichten? Der World Cup in Regensburg und diese EM haben deutlich gemacht, dass derartige Events durchaus vom hiesigen Publikum angenommen werden. Und wer schon mal bei einer der zahlreichen gleichermaßen lieb- wie leblos ausgerichteten europäischen Endturniere der Vergangenheit war, der weiß, dass es kaum besser geht als hierzulande.
Großer Dank gebührt den vielen fleißigen Helfern in Heidenheim, Neuenburg und vor allem im bislang erstligafreien Stuttgart. Ein zehntägiges Championat dieser Art auf die Beine zu stellen verlangt viel Kraft, Ausdauer und auch Nehmerqualitäten. Stellvertretend für die ehrenamtliche Helfertätigkeit sei der Einsatz der Groundcrews an den Spielorten gewürdigt. DBV-Vizepräsident Jürgen Elsishans traf im taz-Interview den Nagel auf den Kopf: Die wahren Helden dieser EM, das seien die unermüdlich gegen die Elemente kämpfenden Schubkarrenfahrer, Eimerträger und Pfützentrockner gewesen. Reschpekt!
So ging die „EM im Ländle“ am Sonntag versöhnlich zu Ende. Also, liebe Baden und Württemberger: Hochdeutsch könnt Ihr zwar weiter nicht, aber Baseball, das habt Ihr prima hingekriegt.
Adele!
EM-Redaktion


01. Aug, 2010






















